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Jahreskonzert: Kgl. Musikverein „Echo vom Hochtumsknopf“ mit musikalischen Gästen aus Wallerode

Der Kgl. Musikverein „Echo vom Hochtumsknopf“ aus Maldingen lud am Samstagabend zum traditionellen Herbstkonzert in den Saal Christa Gennen ein. Das Ensemble um Dirigent Julien Theodor stellte das Konzert unter das Motto „Vive la Belgique“, sodass sich das
zahlreich erschienene Publikum auf eine abwechslungsreiche musikalische Reise durch Belgien freuen durfte.

Von Gerd Hennen

Präsidentin Marion Scheuren bedankte sich gleich zu Beginn bei ihren Musikern, die aufgrund des 60-jährigen Bestehens des heimischen Junggesellenvereins
eine stressige Zeit hinter sich haben und dennoch die Muße und den Elan fanden, das Repertoire des Herbstkonzerts konzentriert und engagiert einzustudieren. „Ich bin wirklich stolz, dass wir das alles so gut hinbekommen haben“, so die Vorsitzende. Die charmante Caroline Scheuren, die die Rolle der Moderatorin übernommen hatte, machte mit ihren Erläuterungen zu den Werken die musikalische Vielfalt unseres Landes deutlich. So war es nicht verwunderlich, dass das „Echo vom Hochtumsknopf“ die Reise durch Belgien  kurzerhand mit der Nationalhymne „La Brabançonne“ begann, bevor die „Hymn of Glory“ des Limburger Komponisten Bert Appermont folgte.

„Little Song“ als kleiner Hinweis auf die Einstufung

Das Werk erwies sich als klangliches Abenteuer mit emotionaler Tiefe, wobei die Oboe ein beeindruckendes Solo
beisteuerte. Einen kleinen Hinweis auf die bevorstehende Födekam-Einstufung im kommenden Herbst gab das Ensemble im Anschluss: „Little Song“ des Vervierser  Komponisten Jean-Pierre Haeck war eines der Werke, die 2014 für den Erfolg bei der ersten Wertung der Maldinger verantwortlich waren. „Seitdem haben wir dieses Werk in unser Herz geschlossen und werden versuchen, unseren Erfolg im nächsten Jahr zu wiederholen“, so Caroline Scheuren.
Es folgte das Auftragswerk „Condacum“ von Jan Van der Roost anlässlich des 25-jährigen Bestehens der flämischen Gemeinde Kontich. Nach einer militärisch anmutenden Ouvertüre, die den Aufmarsch römischer
Truppen skizziert, folgt ein klangmalerischer Mittelteil, der die Dynamik und Vitalität von Jan Van Der Roosts Heimatort beschreibt. Mit dem historisch-monumental anmutenden „Canterbury Chorale“, ebenfalls aus der Feder von Jan Van der Roost, entführte das Orchester das Publikum auf die britische Insel, bevor mit „Altaïr“ eine
weitere musikalische Hommage an Jean-Pierre Haeck folgte. Es war ein abwechslungsreiches Konzertwerk, bei dem auf einen dynamischen Bläserauftakt klangvolle  Holzbläserpassagen folgten, die wiederum in einem Maestoso-Finale mündeten.
Für einen besonderen Moment sorgte der Bassist Danny Felten, der mit „Fnugg“, also dem „Schneeflöckchen“ von Stein Baadsvik ein „Solowerk“ der besonderen Art  interpretierte. Der Solopart erwies sich als sehr  anspruchsvoll, da ungewöhnliche Elemente wie Beatboxing, gleichzeitiges Singen und Spielen mit einflossen. Danny Felten wurde jedenfalls vom Publikum frenetisch gefeiert. Den Schlussteil widmete Julien Theodor traditionell der Volksmusik. Nach der Polka „Bei uns daheim“ von Kurt Gäble folgte das einfühlsame „Ein Walzer zum Träumen“ von Franz Watz, bevor mit „Blasmusik ins Glück“ von Roland Kohler ein gelungener Schlussakkord erklang, dem mit der „Böhmischen Wiese“ und dem Ohrwurm „Auf der Vogelwiese“ weitere Zugaben folgten.
Nach einer betraten schließlich die Musikerinnen und Musiker des Kgl. MV „Talecho“ Wallerode mit ihrem Dirigenten Thomas Cormann die Konzertbühne. Die Gäste nahmen das Publikum mit auf eine thematische Reise durch Sagen und Mythen und wussten durch Klangfülle und Qualität zu überzeugen.
Einen ersten musikalischen Zwischenstopp legten die 40 Musiker in der sagenumwobenen Stadt „Atlantis“ ein und sorgten gleich für einen dramatischen Spannungsbogen, der an Filmmusiken von Hans Zimmer erinnerte. Spätestens seit dem vorletzten Play-In dürfte der österreichische Komponist Otto M. Schwarz vielen Ostbelgiern ein Begriff sein. „Dragon Fight“ beschrieb die liechtensteinische Sage vom furchterregenden Drachen, der von einem menschenfreundlichen Riesen mit List und Kraft besiegt wurde.
Bert Appermont schuf mit „Gullivers Reisen“ eine besondere Hommage an den englischen Schriftsteller Jonathan Swift. So skizzierte das Ensemble den Weltroman mit den vier Teilwerken „Lilliput“, „Brobdingnag“, „Laputa“ und „The Houyhnhnms“ und vertonte damit die phantasievolle Abenteuergeschichte in Perfektion.

Gäste vom Musikverein Talecho präsentierten sich in Bestform.

Rhythmisch rasant wurde es dann mit dem Disney-Werk „Encanto“ in einem Arrangement von Paul Murtha und den teilweise lateinamerikanisch angehauchten Teilwerken „The Family Madrigal“, „We Don’t Talk About Bruno“, „Dos Oruguitas“, „Surface Pressure“ und „Waiting on a Miracle“, bevor die Komponistin Suzanne Weiters mit „It’s a Groove World“ und den Teilwerken „European Spirit“, „Arabian Mood“ und „Amazonian Groove“ die Schönheit der Welt klangmalerisch beschrieb.
Mit „Stevie Wonder in  Concert“ und den Welthits „Sir Duke“, „You are the Sunshine of my Life“, „I Wish“ und „Signed, Sealed, Delivered I’m yours“ zollten die Musiker von „Talecho“ dem amerikanischen Multiinstrumentalisten und „Mister Soul&Pop“ Tribut und rissen das Publikum zu Beifallsstürmen hin. Erst nach zwei weiteren Zugaben durften sich Thomas Cormann und seine Truppe in den wohlverdienten musikalischen Feierabend verabschieden. Der Kgl. Musikverein „Talecho“ aus
Wallerode präsentierte sich jedenfalls in Bestform, so dass die beiden anstehenden Herausforderungen, das 100-jährige Jubiläum im Juni sowie die Födekam-Wertung im Herbst, kommen können.

 

Das Orchester steht unter der Leitung von Julien Theodor.