Komödie: Theaterfieber in Maldingen – Kartenkontingent für sämtliche Vorstellungen in Rekordzeit vergriffen
Wenn im Saal „Christa“ der Vorhang aufgeht, dann weiß das Publikum: Jetzt bleibt kein Auge trocken. Auch in diesem Jahr lud die Theatergruppe „Fröhliche Runde“ Maldingen wieder zu ihrem traditionellen Theaterereignis ein. Die Komödie „An’t Rosbesch as der Deiwel los“ ist am ersten Wochenende bereits dreimal vor ausverkauftem Haus präsentiert worden. (Von Gerd Hennen)
Doch wer dabei sein wollte, musste in diesem Jahr besonders schnell sein, denn der Kartenvorverkauf für die diesjährige Komödie „An’t Rosbesch as der Deiwel los“ war bereits nach zwei Abenden restlos ausverkauft. Dass dies bei manchen Theaterfreunden für Enttäuschung sorgt, kann Hansi Krings gut nachvollziehen. Er ist selbst Schauspieler und gemeinsam mit seiner Frau Walburga eine der organisatorischen Stützen der Gruppe.
Gleichzeitig räumt er mit hartnäckigen Gerüchten auf: „Wir sind eigentlich Opfer unseres eigenen Erfolges“, sagt Krings offen. Werbung habe der Verein bewusst keine geschaltet – das sei schlichtweg nicht mehr nötig gewesen. „Unser Kontingent von 920 Karten war in Rekordzeit weg.“ Der Grund für die Limitierung ist schnell erklärt und alles andere als willkürlich. „Der Saal bei Christa ist auf 160 Plätze begrenzt. Wir spielen sieben Aufführungen an zwei Wochenenden, also stehen insgesamt 1.120 Plätze zur Verfügung“, erläutert Krings. Hinzu komme, dass jeder der Mitspieler und Mitwirkenden die Möglichkeit habe, vorab zehn Karten für die eigene Familie zu reservieren. „Wir sind rund 20 Personen, die sich um alles kümmern: Schauspiel, Technik, Maske, Vorverkauf. Das sind 200 Karten, die wir vom Gesamtkontingent abziehen müssen. Es bleiben eben diese 920 Karten für den freien Verkauf.“
Rund 300 Personen stehen weiterhin auf der Warteliste.
Schon am ersten Vorverkaufsabend waren sämtliche Tickets vergriffen. Der Andrang war so groß, dass mittlerweile rund 300 Personen auf einer Warteliste stehen. „Die Leute sind enttäuscht, und das verstehen wir auch. Aber was sollen wir anders machen?“, fragt Krings. An zusätzliche Aufführungen ist derzeit nicht zu denken. „Wir sind eine Laientruppe, keine Profis, und ehrlich gesagt auch nicht mehr die Jüngsten. Sieben Aufführungen in zehn Tagen sind für uns ein echter Theater-Marathon. Danach sind wir selbst ziemlich platt.“ Man hoffe daher auf Verständnis und vielleicht auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.
Inhaltlich durften sich die Besucher in Maldingen auf eine rasante Komödie in drei Akten freuen. „An’t Rosbesch as der Deiwel los“ von Beate Irmisch, adaptiert von der „Moljer Truppe“ mit viel Liebe zum Detail, nimmt Dorfpolitik, Größenwahn und Umweltfragen humorvoll aufs Korn. Im Mittelpunkt steht Bürgermeisterin Heidi Krämer, verkörpert von Lea Leonard, die gemeinsam mit ihrem heimlichen Gspusi Willi Kauz, gespielt von Martin Scheuren, von großen Investitionen träumt. Eine internationale Hotelkette will am Dorfplatz eine Wellnessoase errichten – doch dafür müsste nicht nur der „Rosbesch“ begradigt, sondern auch ein Bauernhof und ein Seniorenstift dem Projekt geopfert werden. Das letzte Wort scheint dabei die eigentümliche Biologin Dr. Eusebia Grünspan (Nathalie Berners) von der Unteren Wasserbehörde zu haben. Doch die Rechnung wird ohne die älteren Herrschaften des Seniorenheims gemacht, die mit erstaunlichem Einfallsreichtum gegen das Bauvorhaben zu Felde ziehen. Wer am Ende triumphiert, wird selbstverständlich nicht verraten – nur so viel: Es ist turbulent, schräg und herrlich menschlich.
Die Rollen hat Regisseur Bruno Lenges wieder einmal liebevoll besetzt: Heidi Krämer wird von Lea Leonard verkörpert, während Martin Scheuren den gierigen und gewieften Willi Kauz, ebenfalls Heidis heimlicher Geliebter, spielt. Dessen Ehefrau Frida Kauz, naiv und gutgläubig, wird von Caroline Scheuren dargestellt. Norbert Scheuren ist der gutmütige Bauer Toni Stadler und Hansi Krings schlüpft in die Rolle des pfiffigen Altersheimbewohners Walter Hummel.
Ein starkes Ensemble – auf und neben der Bühne
Für Hektik und Klamauk sorgen Erna Mucks (Anna Maassen-Lenges) und Wirtin Marta Kaiser (Maria Maus-Nelles). Wirtssohn Maxi (Patrick Hoffmann) und die strenge Pflegekraft Milli Kaufmann (Anja Geiben-Scheuren) heizen zusammen mit Polizist Karl Wackers (Stephan Scheuren) die Stimmung so richtig an. Hedwig Gillessen-Theisges und Sonja Louges-Rauschen sorgen als Souffleusen hinter den Kulissen für den roten Faden. Die Bühne stammt aus den Händen der Mitglieder der Theatergruppe selbst. Für die Technik sind Kurt Louges und Stephan Scheuren verantwortlich, für die Filmaufnahmen Michael Gommes, für die Maske Chiara Brühl und Petra Lenges-Gangolf und für den Kartenvorverkauf Walburga Krings-Scheuren. Regie führt Bruno Lenges. Nach den drei ausverkauften Vorstellungen stehen in den kommenden Tagen nun noch vier Aufführungen an: am 15., 16., 17. und 18. Januar 2026.
Das Stück sorgt für einige Konfrontationen auf offener Bühne.
Quelle: Grenz-Echo 12.01.2026
Last modified: Januar 17, 2026


