Karneval: Traditioneller Wagenbau für die anstehenden Umzüge – JGV Maldingen setzt in diesem Jahr auf das Thema „Winnie Puuh“
In wenigen Tagen erreicht die Karnevalszeit mit den großen Umzügen ihren Höhepunkt – und für die Wagenbauer laufen die Arbeiten derzeit auf Hochtouren. So auch beim JGV Maldingen, der seit Jahrzehnten einen eigenen Wagen auf die Beine stellt und dabei regelmäßig auf außergewöhnlichere Themen setzt (Von Jan Johanns)
Dass der Junggesellenverein Maldingen mit einem eigenen Wagen an den Umzügen in der Eifel teilnimmt, ist längst Tradition. „Ganz genau wissen wir es nicht, aber der ‘Grenzlauscher’ – also die dorfeigene Karnevalszeitschrift, die vom JGV herausgegeben wird – erscheint mittlerweile seit 45 Jahren. So lange wird ziemlich sicher auch schon ein eigener Wagen gebaut“, erklärt Kassierer Chris Maus.
Darüber hinaus sei der Vereinschronik zu entnehmen, dass bereits bei der Gründung des Vereins vor rund 65 Jahren „folkloristische Aktivitäten zu Karneval“ durchgeführt wurden. „Ob das damals schon mit oder ohne Wagen war, kann ich allerdings nicht sagen“, so Maus.
In diesem Jahr sorgt „Winnie Puuh“ für farbenfrohe Akzente.
Auffällig ist vor allem die Themenwahl der ergangenen Jahre: Ob als Flamingos, Aperol oder letztes Jahr als Spongebob – an Kreativität mangelt es den Maldinger Junggesellen nicht. In diesem Jahr fiel die Wahl auf „Winnie Puuh“. „Die Themenwahl erfolgt in der Regel bei der Generalversammlung. Der Vorstand schlägt einige Ideen vor, über die anschließend alle abstimmen. Oft kommen die Mädchen im Verein mit besonders guten und kreativen Vorschlägen“, berichtet Präsident Dominique Gennen. Wichtig sei dabei vor allem eines: „Es muss bunt sein.“
Im Dezember beginnen traditionell die Abbauarbeiten des Vorjahreswagens, ehe mit dem Bau des neuen Motivs gestartet wird. Während früher in verschiedenen Scheunen im Dorf gearbeitet wurde, hat sich mittlerweile die Scheune beim Café Christa Gennen als fester Standort etabliert. „Dafür sind wir sehr froh und dankbar, denn wir können den Wagen das ganze Jahr über hier stehen lassen. Das erspart uns viel zusätzliche Arbeit“, erklärt Dominique Gennen.
In den letzten Tagen vor Karneval läuft der Endspurt auf hochtouren. „In den zwei bis drei Wochen vor den Umzügen treffen wir uns eigentlich jeden Tag. Wenn man dann nochmal richtig Gas gibt, schafft man in den letzten Tagen einiges, sodass wir pünktlich für Sonntag fertig sind.“ Ein späterer Abschluss habe sogar Vorteile: „Die Rosen sollen schließlich nicht wochenlang am Wagen hängen, da sie in der Scheune ständig feucht werden.“
Nachdem die Figuren und Rosen des vergangenen Jahres entfernt worden waren, ging es ans Schnitzen der neuen Motive. Passend zum diesjährigen Thema entstehen neben dem Baumstamm, in dem der Bär lebt, und dem klassischen Honigtopf auch die Figuren Puuh, Ferkel, Tigger und Esel IAh.
Die Motive werden zunächst aus Styropor geformt und anschließend mit Tausenden Serviettenrosen beklebt. Auch die Wagenwände werden dicht mit Rosen versehen, die einzeln angetackert werden. Insgesamt kommen in diesem Jahr bei den Maldingern über 12.000 Serviettenrosen zum Einsatz. Der Boden des Wagens wird mit Rollrasen ausgelegt. „Dass wir nahezu alles mit Blumen bedecken, ist uns sehr wichtig. Schließlich macht das die Umzüge in der Eifel aus“, betont Chris Maus.
Mit dem floralen Erscheinungsbild geht jedoch auch ein gewisser Aufwand einher – insbesondere mit Blick auf die Wetterprognosen für die närrischen Tage. „Bei Regen sind wir gezwungen, den Wagen vollständig mit transparentem Plastik abzudecken. Das ist natürlich nicht ideal, aber das gehört dazu. So ein traumhaftes Wetter wie im vergangenen Jahr kann man schließlich nicht immer erwarten.“
Aus der Scheune rollt der Wagen traditionell am Sonntag erstmals heraus, wenn in Maldingen ein kleiner dorfinterner Umzug stattfindet. Daran nehmen neben dem JGV auch der Musikverein, ein zweiter Wagen der Elternvereinigung sowie zwei Fußgruppen teil, die gemeinsam durch die Straßen der Ortschaft ziehen.
Am Montag geht es für die Junggesellen weiter zum Rosenmontagszug der Nachbarn in Oudler, bevor am Veilchendienstag der Umzug in Manderfeld auf dem Programm steht. Ein letztes Mal kommt der Wagen schließlich beim Nachtzug in Grüfflingen am 14. März zum Einsatz. Insgesamt wird die Gruppe in diesem Jahr mit 45 Personen an den Umzügen teilnehmen. Als Kostüm tragen die Mitglieder – je nach Wahl – eine der vier Figuren, die auch auf dem Wagen dargestellt sind.
Den närrischen Tagen blickt man trotz durchwachsener Wetterprognosen mit großer Vorfreude entgegen. Nicht zuletzt, weil auch in diesem Jahr wieder eine kleine thematische Besonderheit an die Zuschauer ausgeschenkt wird: „Passend zum Thema besorgen wir eigentlich immer einen speziellen Schnaps: Vor zwei Jahren gab es Aperolschnaps, letztes Jahr Ananasschnaps – und in diesem Jahr dorfeigenen Honigschnaps“, so Chris Maus abschließend.
Die Figuren auf dem Wagen werden aus Styropor geschnitzt
Letztes Jahr waren die Maldinger als „Spongebob“ ebenfalls in Oudler vertreten.
Quelle: Grenz-Echo 12.02.2026
Last modified: Februar 15, 2026



